Einlass ab 18:00 Uhr!

(Zeiten können sich leicht verschieben)

18:30 Uhr

Prof. Dr. Alexander Schnurr
(Stochastik)

"Gegen stochastische Methoden haben Betrüger (fast) keine Chance"

Ein Student hat keine Lust auf eine Routinetätigkeit und „mogelt“ sich durch. Ein Steuerzahler erfindet einige Rechnungen, für die keine Leistungen erbracht wurden.  Es gibt viele Arten von Betrug und häufig wird der Betrüger ungeschoren davon kommen. In meinem Vortrag werde ich aufzeigen wie die Stochastik helfen kann in den oben genannten Beispielen den „Täter“ zu überführen. Dabei greifen die Wahrscheinlichkeitstheorie (Modellbildung) und die mathematische Statistik auf exemplarische Weise ineinander. Im ersten Fall führt der sogenannte Run-Test zum Erfolg; im zweiten Fall hilft die Benford-Verteilung. Letztgenannter gehen wir in einem Exkurs genauer auf den Grund.   

19:20 Uhr

Uwe Kölsch und Melanie Müller
(Universitätsbibliothek Siegen)

"To be open(ed): Die Bib ist kein Elfenbeinturm"

Wissenschaftliche Bibliotheken gelten gemeinhin als Ort für Professorinnen und Professoren, Studentinnnen und Studenten. Also als Teil des Elfenbeinturmes "Universität". Das ist aber weit gefehlt. Die Universitätsbibliothek Siegen versteht sich als offenes Haus, in dem es neben gedruckten Büchern auch allerhand Neues, Aktuelles und Digitales zu entdecken gibt. Dabei steht unsere Tür nicht nur Hochschulangehörigen offen, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern aus Stadt und Region.
Das Engagement von Bibliotheken im Hinblick auf "Offenheit" geht aber seit einigen Jahren weiter und auch in eine ganz bestimmte Richtung - den sogenannten Open Access. Damit ist der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur im Internet gemeint. Ein wissenschaftliches Dokument unter Open-Access-Bedingungen zu publizieren gibt allen Nutzerinnen und Nutzern das Recht, dieses Dokument zu lesen, es herunterzuladen, zu speichern, zu verlinken und damit entgeltfrei zu gebrauchen. Der Vortrag erläutert, wie das funktioniert und welche Angebote dazu speziell die UB Siegen bereithält.

20:30 Uhr

Prof. Dr. Carsten Busse
(Experimentelle Nanophysik)

"Graphen, das dünnste Material der Welt"

2010 erhielten Geim und Novoselov den Physik-Nobelpreis für ihre Forschung an Graphen, eine nur ein Atom dicke Schicht aus Kohlenstoffatomen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist die Forschung an ultradünnen, graphenartigen Materialien ein sehr stark wachsendes Gebiet der Festkörperphysik, nicht zuletzt aufgrund des hohen Anwendungspotenzials für Displays oder integrierte Schaltkreise.
In diesem Vortrag wird beschrieben, wie solche ultradünnen Schichten überhaupt hergestellt werden können und welche grundlegende physikalische Effekte auftreten, wenn ein Material nur noch wenige Atome dick ist.

21:20 Uhr

Prof. Ph. D. Paolo Reggiani
(Wasserwirtschaft)

"Hochwasservorhersage am Rhein"

Als längster Strom Deutschlands und wichtigste Binnenwasserstraße stellt der Rhein, zusammen mit seinen wichtigsten Nebenflüssen, auch eine Gefahrenquelle für Gebiete entlang des Flusslaufes dar. Aus diesem Grund wird in einem internationalen Verbund der Länder Schweiz, Deutschland und Niederlande ein Hochwasserfrühwarnsystem bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz betrieben, mit dessen Hilfe Hochwasserereignisse mit einigen Tagen Vorwarnzeit prognostiziert, und entsprechende Schutzmaßnahmen für Bevölkerung und Städte ergriffen werden können. Besonders angesichts prognostizierter Veränderungen des Abflussverhaltens der Flüsse im Zusammenhang mit dem des Klimawandel gewinnt die Abflussprognose zunehmende Bedeutung. In diesem Vortrag wird das Funktionieren des Prognosesystems, das die Fachgebiete Meteorologie, Hydrologie und die Gerinnehydraulik zu gleichen Teilen betrifft, erläutert, und dabei aufgezeigt, wie mit dessen Hilfe spezifische Überflutungsrisiken präzise eingeschätzt und effektiv abgefedert werden können. Das Thema Niedrigwasser, welches zwar dem Hochwasser diametral entgegengesetzt ist, aber ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, wird im Rahmen des Vortrages ebenfalls kurz angeschnitten.

22:30 Uhr

Prof. Dr. Horst Zuse

"Die Geschichte des Computers"

Dr.-Ing. Horst Zuse wurde 1945 geboren und studierte von 1967 bis 1973 Elektrotechnik an der Technischen Universität Berlin (TUB). Im Jahr 1985 promovierte er auf dem Gebiet der Softwarekomplexitätsmaße und es folgte 1987 ein einjähriger Forschungsaufenthalt am IBM Thomas J. Watson Research Center in Yorktown Heights / New York in den USA. 1991 publizierte er das Buch: Horst Zuse: Software Complexity - Measures and Methods, im DeGruyter Verlag und 1998 erschien das Buch: Horst Zuse: A Framework of Software Measurement, DeGruyter Verlag. Seit 2006 ist er Professor an der Universität Cottbus. Im Jahr 2010 baute er die Maschine Z3 von Konrad Zuse von 1941 nochmals in Originalgröße nach, die heute im Deutschen Technikmuseum in Berlin steht und weitestgehend funktionsfähig ist.

23:45 Uhr

Christian Jung, Benedikt Schmitz und Yannik Schädler
(Gewinner des Medtech:Hack 2018 vom CERN)

"Gesundheit durch Radioaktivität: Wie Grundlagenforschung die Krebstherapie revolutionieren könnte"

Steve Jobs starb an Krebs. Im Rahmen der Behandlung seines Krebses wurde sein gesamtes Genom entschlüsselt. Dies ist Teil eines Ansatzes, den man personalisierte Medizin nennt. Personalisierte Medizin wird auf jeden Patienten und die entsprechende Erkrankung (in diesem Fall auf den spezifischen Krebs) angepasst, sodass die verabreichte Medizin eine ideale Wirkgrundlage hat und die Wahrscheinlichkeit zur Heilung maximiert wird.
Auf Grund der benötigten genetischen Sequenzierung ist dieses Verfahren sehr teuer und wird im Regelfall nicht durchgeführt.
Über modernste Detektoren und Technologien aus (Teilchen)physik, Chemie und Radiologie wird es jedoch möglich werden personalisierte Chemotherapien für jeden Menschen erschwinglich zu machen.
Die Therapien werden zusätzlich verträglicher für die Patienten, da weniger Pharmazeutika verwendet werden müssen und die Anzahl der Behandlungen reduziert werden kann. Dadurch können Entwicklungen im Rahmen der Grundlagenforschung zu einer humaneren, erfolgreicheren und schnelleren Krebsbehandlung beitragen.